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Geschichte Sri Lanka

Esala Pehara, Anuradhapura, Polonnaruwa, Sigiriya

Wer die Geschichte Sri Lanka kennt, kann die wechselnden Königreiche, Hauptstädte und die Folgen der Kolonialzeit verstehen. Datenschutz

Esala Pehara

Königreiche

Sri Lanka war über zwei Tausend Jahre ein Königreich oder in mehrere regionale Königreiche zerfallen. Vom 6. Jahrhundert vor und bis ins 11. Jahrhundert nach Christus übte der singhalesische König in Anuradhapura seine Macht aus. Bis zum 14. Jahrhundert wechselten die Königreiche und Hauptstädte. Polonnaruwa und Sigiriya folgten.

Königreich von Kotte

Im 13. Jahrhundert entstand ein tamilisches Königreich mit der Hauptstadt Jaffna. In der Folgezeit entwickelten sich mehrere regionale singhalesische und tamilische Königreiche. Das bedeutendste war das Königreich von Kotte. Seine Hauptstadt wurde von einem ehemaligen Präsiden in Sri Jayawardenepura umbenannt, befindet sich 10 Kilometer von Colombo entfernt und ist heute Regierungssitz, Verwaltungszentrum und Universitätsstadt von Sri Lanka. Die Millionenstadt Colombo entwickelte sich zum Wirtschaftszentrum.

Esala Perahera oder Kandy Pehara

Heute erinnern Feste, Prozessionen und Hochzeiten im Stil der singhalesischen Könige, vor allem im Kandy-Stil, an die Traditionen der königlichen Vorfahren. Zur Zeit des Esala-Vollmonds im Juli/August wird der prächtigste, weltweit einmaligste und schönste 10-tägige buddhistische Festumzug in Kandy gefeiert. Schon Tage vorher strömen Hunderte Besitzer oder Eigentümer mit ihren Elefanten nach Kandy, um sie dann an den Brunnen rund um den Königspalast zu schrubben und mit Glühbirnen und bunten Stickereien zu schmücken.

Zahntempel

Hunderttausende Gläubige und Touristen zieht es nun zum Zahntempel und zu den vier Hinduheiligtümern. Die farbenfrohe Begeisterung überträgt sich automatisch, wenn sich Würdenträger, Trommler, Musiker und Tänzer der Kandy-Tanzschulen, Peitschenknaller und Akrobaten mit brennenden Fackeln in reich geschmückten Kostümen in Bewegung setzen. Allen voran schreitet ein Elefant, der fast vollständig in reich verziertem Stoff eingehüllt und sich seiner Würde voll bewusst ist. Er trägt stolz den beleuchteteten Howdah, in dem ein vergoldetes Kästchen liegt. Es enthält die Nachbildung einer heiligen Reliquie, eines Zahns von Buddha. Die Paläste sind dann herrlich beleuchtet. Übrigens hat kein Land der Welt so viele Feiertage wie Sri Lanka, die von allen Religionen friedlich gemeinsam begangen werden.

Kolonialisierung

Im 16. Jahrhundert verlor das Land seine Unabhängigkeit. Nur das Königreich Kandy im Hochland blieb erhalten. Portugal eroberte 1518 die Küstenregionen der Insel. Nachdem Colombo bereits zwei Jahre zuvor von Niederländern besetzt worden war, fiel 1658 auch der restliche portugiesische Teil der Insel an die Oranier.

Britische Herrschaft über Ceylon

1796 begann die britische Herrschaft über Ceylon, das 1803 den Status einer Kronkolonie erhielt. Nachdem 1815 das Königreich Kandy erobert worden war, wurde der letzte singhalesische König Wikrama Rajasingha umgebracht und 1818 das ganze Land Teil dem Britischen Empire einverleibt.

Kaffee, Zimt und Kautschuk

Danach wurden Straßen und die erste Eisenbahnlinie gebaut. Die Reisfelder der Ureinwohner mussten dem Anbau von Kaffee, Zimt und Kautschuk in Plantagen weichen. Unvorstellbar, dass Sri Lanka bis vor Kurzem Zeit Reis zur Ernährung der eigenen Bevölkerung aus China importieren musste.

Teeplantagen im Hochland

Ab 1840 wurden indische Tamilen zur Arbeit auf den Teeplantagen im Hochland angeworben. Von 1860 lösten Teeplantagen den Anbau von Kaffee nach der Kaffeepest ab. Zahlreiche Kolonialbauten in und um Kandy zeugen vom Reichtum, der mit dem Handel geschaffen wurde.

Zweiter Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkriegs war Sri Lanka eine strategisch wichtige Basis im Kampf gegen das japanische Kaiserreich.

Unabhängigkeit

Der Wunsch nach Unabhängigkeit wurde 1948 nach friedlichen Verhandlungen von den Briten erfüllt.

Bürgerkrieg zwischen Tamilen und Singhalesen

Der Streit zwischen den buddhistischen Singhalesen (74 Prozent) und den hinduistischen Tamilen (18 Prozent) um die Aufteilung der Tropeninsel schwelt seit mehr als 2.300 Jahren. Während der Kolonialzeit vertiefte sich der Konflikt zwischen Tamilen und Singhalesen. Die Inder wurden als ‘Kontraktarbeiter’ von den Briten verpflichtet. Ihre Vorfahren gehörten meist Landarbeiterkasten und damit ‘niederen’ Kasten aus Südindien mit einem geringen sozialen Status an. Die historisch höher stehenden Bauernkasten Sri Lankas waren mit der notwendigen Produktion und der Verfügung über das Land verbunden. Die alten, auf den Nassreisanbau gegründeten Königreiche bestimmten die Vorherrschaft der Bauern und der Krieger und unterdrückten damit die indischen Tamilen. Die Konflikte eskalierten 1983 und endeten in einem Bürgerkrieg, der erst am 16.5.2009 sein Ende fand, Sri Lankas Wirtschaft und Tourismus schwer schadete. Heute verbietet die Verfassung die gesellschaftliche Bevorzugung oder Benachteiligung wegen der Kastenzugehörigkeit. Ihre soziale Macht besteht aber trotzdem in politischen Parteien, öffentlichen Instituten und in der Familie. Eine Heirat erfolgt noch immer zwischen den Angehörigen der gleichen Kaste und in Harmonie mit dem Kosmos.

Ausnahmezustand im März 2018 - neuer Bürgerkrieg?

Anhänger des 2015 abgewählten, ultra-nationalistischen Ex-Präsidenten Mahinda Rajapaksa sind für eine neue Gewaltwelle auf Sri Lanka verantwortlich. Sie gipfelte Anfang März 2018 in Todesfällen und Brandanschlägen auf Wohnhäuser und Geschäfte von Muslimen auf ganz Sri Lanka. Ausgangspunkt war Kandy. Dafür gibt es mehrere Ursachen.

Ursachen für die Gewalt auf Sri Lanka

  • Sri Lankas Muslime haben zu Beginn des Bürgerkrieges im Norden mit den Tamil Tigers sympathisiert. 100.000 mussten daraufhin den Norden des Landes verlassen und flohen in Gebiete, die von der Regierung kontrolliert wurden.
  • Der Sieg über die Tamil Tigers hat innerhalb der singhalesischen Mehrheit des Landes einen starken Nationalismus entfacht, der geprägt ist von einem Überlegenheitsgefühl gegenüber den Minderheiten des Landes.
  • Seit 2012 entstanden unter der Schirmherrschaft des abgewählten Präsidenten Rajapaksa und seines Clans mehrere fanatische buddhistische Gruppen. Die erste und bis heute einflussreichste Gruppe Bodu Bala Sena wird von radikalen Mönchen angeführt. Sie propagiert offen Hass gegen Muslime und Christen. Seitdem sind Übergriffe gegen Mitglieder dieser Gruppen an der Tagesordnung. Das "Secretariat for Muslims" (SFM), eine Bürgerrechtsorganisation, hat zwischen 2013 und 2015 mehr als 500 anti-muslimische Vorfälle registriert.
  • Die Entwicklung auf Sri Lanka ähnelt stark den Entwicklungen in Myanmar. Auch dort führen seit dem Ende der Militärdiktatur radikale buddhistische Mönche eine Hetzkampagne gegen Muslime an. Seitdem kommt es immer wieder zu organisierten anti-muslimischen Gewaltausbrüchen.
  • Die Anführer beider Gruppenhaben ein Abkommen unterzeichnet, in dem sie sich dazu verpflichten, den Buddhismus zu "beschützen". Die Buddhisten in Burma und in Sri Lanka folgen mehrheitlich dem Theravada-Buddhismus. Der Theravāda (Schule der Ältesten) ist die älteste noch existierende Schultradition des Buddhismus. Gegenwärtig bekennen sich etwa 80 % der Einwohner Sri Lankas, 89 % der Burmesen, 94 % der Thais, 60 % der Laoten und 95 % der Kambodschaner zum Theravada. Daneben gibt es Anhänger in Vietnam und in Südwest-China (Yunnan). In Indien nimmt seit der Unabhängigkeit von den Briten die Zahl der Theravada-Buddhisten heute vor allem unter der Kaste der Dalit, der „Unberührbaren“, wieder beträchtlich zu.

Sri Lanka Tsunami

Das Sumatra-Andamanen-Beben am 26. Dezember 2004 um 01:58 Uhr MEZ hatte eine Stärke von 9,1 auf der Richterskala. Es verursachte mehrere Flutwellen. Der Tsunami richtete verheerende Schäden besonders in den östlichen und südlichen Küstenregionen Sri Lankas an. Etwa dreißigtausend Menschen verloren ihr Leben, Hunderttausende ihre ärmlichen Hütten und Hotelketten ihre Hotels entlang der Küste. Heute sind circa 95 Prozent der Häuser wesentlich schöner als zuvor aufgebaut. Wenige Ruinen und schöne Denkmäler entlang der Küstenstraßen erinnern an die Katastrophe.

Bewässerungsprogramm

Nur durch ein Bewässerungsprogramm mit deutscher Hilfe, Rodungen im Hochland und eine geförderte Umsiedlung der Stadtbevölkerung kann Sri Lanka heute wieder genügend Reis als Hauptnahrungsquelle selbst anbauen. Betrachten Sie auf einer Rundreise große Reisfelder und sehen Sie den Bauern bei der schweren Arbeit zu.

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